19.01.2015

Auszeichnung von Null-Emissions-Kommunen - Abschlussveranstaltung des INTERREG IV B NWE - Projektes am Umwelt-Campus

Seit Herbst 2011 beschäftigen sich Forscher und Kommunen aus Belgien, Irland, England und Deutschland im Rahmen eines INTERREG IV B NWE-Projektes „ZECOS“ damit, Null Emissions-Strategien für Nordwesteuropäische Kommunen zu identifizieren und umzusetzen. Dieses 3,5-jährige Projekt kommt nun zu Abschluss und im Rahmen des letzten Projekttreffens vom 20. – 22. 01.2015, werden alle Projektpartner ihre Ergebnisse vorstellen.

Den beteiligten Projektkommunen werden am Mittwoch, 21.01.2015 (ab 17:00 Uhr in der Elementary School am UCB, Raum 60) die offiziellen ZERTIFIKATE verliehen, welche den erfolgreichen Aufbau ihrer Null-Emissions-Strategien belegen. Durch die 50%ige Förderung des INTERREG Programms, konnten diese Kommunen dabei bereits während der Projektlaufzeit konkrete technische Maßnahmen umsetzen, um den ersten Schritt in Richtung „Null-Emissions-Kommune“ zu gehen.

 

Ausganglage des INTERREG IV B NWE-Projektes:

Kommunen in Nord-West Europa, die CO2e Einsparungen über die Gesetze hinaus anstreben, mangelt es stark an Wissen bzgl. operativer Strukturen und alternativer Finanzierungsinstrumente, Commitment, sowie an interregionalen und internationalen Kooperation zur Umsetzung ihrer CO2e -Vermeidungsprojekte.   Mit dem ZECOS Label sollen diese Barrieren langfristig überwunden werden.

Die teils wissenschaftlichen Partner treffen sich in regelmäßigen Abständen, um die Methodik für das Projekt gemeinsam zu entwickeln, die Anwendbarkeit in den teilnehmenden Ländern zu sichern und noch während der Projektlaufzeit innerhalb der ausgewählten 8 Modellkommunen praktisch umzusetzen. Die bereits gewonnen Erkenntnisse fließen wiederum in die Weiterentwicklung des Labels ein. Zu den Modellkommunen gehört auch die Gemeinde Morbach, vertreten durch Hr. BM Andreas Hackethal und Michael Grehl, die mit der finanziellen Unterstützung des INTERREG IV B NWE Programms ein Mikro-Nahwärmenetz in Morbach umsetzen konnten.

 

Umsetzung und Ziele des INTERREG IV B NWE-Projektes:

Oberstes Ziel dabei ist, eine europa-weit gültige Definition zum Standard von Null CO2e Emissions-Kommunen und ein entsprechendes mehrstufiges Label zu entwickeln, das den Fortschritt /Status („Anfänger“, „Fortgeschritten“ und faktisch „Null CO2e Emissionen“) der Kommune darstellt. Dabei wird Wert darauf gelegt, den langfristigen Prozeß zur CO2e Neutralität so handhabbar wie möglich zu gestalten, um möglichst vielen Kommunen diesen Schritt zu ermöglichen. Neben der praktischen Umsetzung in den 8 Modellkommunen durch konkrete Investitionen/ Erneuerbare Energien Projekte oder Energieeffizienzmaßnahmen, wird das Vorgehen durch einen Wissensaustausch über Best-Practise-Finanzierungsmechanismen und legale Strukturen auf europäischer Ebene ergänzt.

Jede Modellkommune erstellt auf der Basis einer Stoffstromanalyse (Erneuerbare Energie- und Energieeffizienzpotenziale, Energiebilanz), die ergänzt wird durch eine CO2e Bilanz (nach international anerkannten Richtlinien) und die Darstellung „grüner“ Finanzierungsmethoden, einen branchenübergreifenden Masterplan und leitet daraus das Arbeitsprogramm und die Null Emissions Ziele ab. Für diese, die umzusetzenden Maßnahmen als auch die Beteiligung der jeweiligen Zielgruppen sind die jeweiligen CO2e Manager in jeder Kommune verantwortlich. Um die Praktikabilität des Labels zu testen, wird in jeder Projektkommune ein konkretes Projekt /Investition (Erneuerbare Energien oder Energieeffizienzmaßnahmen) umgesetzt. Der Projektverlauf unterliegt einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess wobei die CO2e- und Energiebilanzen jährlich kontrolliert und die Ziele und Maßnahmen neu abgeleitet werden.

Das Projekt wird zunächst die Modellkommunen aktiv unterstützen einen entscheidenden Schritt Richtung Null CO2e Emissionen zu bringen. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung im Bereich der Null-Emissions-Strategien, unterstützt das IfaS in den Bereichen Stoffstromanalysen, CO2 Bilanzierung und alternative „grüne“ Finanzierungsmethoden und leitet die europäischen Partner in der Umsetzung an. Langfristig, durch die gemeinsame Entwicklung von Politikempfehlung bis auf Europäische Ebene, soll dieses Konzept (nord-west) europa- und weltweit umsetzbar sein.

 

Eckdaten und Partner:

Für die 3,5-jährige Laufzeit des Projektes stehen dem Partnerkonsortium insgesamt 8.503.403,99 € zur Verfügung. Das Projektkonsortium besteht aus 10 Partnern aus 4 Nord-West-Europäischen Ländern

  • TÜV Rheinland Energie und Umwelt GmbH (DE)
  • Gemeinde Morbach (DE)
  • Energieagentur Region Trier GmbH (EART) (DE)
  • Universität Limerick (IE)
  • MosArt Ltd. (IE)
  • Stadtverwaltung Peterborough (UK)
  • Stadtverwaltung Northamptonshire (UK)
  • Agence pour le redéploiement économique du bassin sérésien (Arebs) (BE)
  • Katholische Hochschule Sint-Lieven (BE),

2 Sub-Partnern (Captured Carbon (IE) und Wallonische Technologie, Energie, Umwelt und Nachhaltige Entwicklung (TWEED) (BE)) und 7 Beobachtern (aus Frankreich, Belgien und Deutschland).

 

Das Förderprogramm:

ZECOS wurde im April 2011 im INTERREG IV B NEW Programm unter der Priorität 4: Förderung starker und erfolgreicher Städte und Regionen beantragt. Projekte, die durch dieses Programm ausgewählt wurden, werden zu 50% aus EFRE-Geldern (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) finanziert.

Das INTERREG IV B NWE Programm förderte Projekte, die auf regionaler Ebene die transnationale Entwicklung zwischen den teilnehmenden Europäischen Ländern verbessert und intensiviert. So soll ein Beitrag zur wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Nordwesteuropas geleistet und eine regional ausgewogene und Nachhaltige Entwicklung des Gebiets gefördert werden.